Amazon Echo-Datenpanne: „War doch nur menschliches Versagen“ – Nein! Die Wohnung entwanzen!

„War doch nur menschliches Versagen.“
„Hätte jedem passieren können.“
„Nur ein Einzelfall.“

Die Tage musste ich solche Kommentare zu dem Vorfall bei Amazon hören, bei dem private über Amazon Echo aufgezeichnete Daten dem falschen Empfänger zugestellt wurden, der nach der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) „seine“ Daten angefordert hatten. Ich habe nur meinen Kopf geschüttelt, wie man das so lax zu verteidigen oder gar zu rechtfertigen glauben kann.

Mein Puls hat sich etwas beruhigt, als ich die Tweets und den Kommentar von Joerg Heidrich, Fachanwalt für IT-Recht, und Justiziar bei Heise Medien gelesen habe. Er bringt es auf den Punkt. Ich empfehle ausdrücklich das gesamte kurze und knackige mit von ihm verfasste Editorial der ct zu lesen:

Wer derart sensible Daten speichert, muss für ein entsprechend hohes Schutzniveau sorgen. Egal, was Amazon technisch und organisatorisch dazu unternahm: Es hat ganz offensichtlich versagt. Und warum muss Amazon die Sprachaufzeichnungen nach dem Anlernen von Alexa überhaupt noch speichern? …

Den letzten Rest Vertrauen, auch bei den inneren Zwölfjährigen, hat Amazon mit seiner sehr schmallippigen Reaktion gegenüber c’t und den Betroffenen der Datenpanne verspielt. Unsere persönliche Konsequenz lautet: „Alexa, pack deine Sachen und geh! Und lass bloß unsere Daten hier!“

über Die Wohnung entwanzen | c’t | Heise Select

Tja, wie viele allerdings die Konsequenz ziehen und ihre Wohnung wirklich entwanzen werden? Gerade zur Weihnachtszeit, wo die Amazon Echo-Lautsprecher sicher wieder ein beliebtes Geschenk waren. Ich habe meine Zweifel. Leider. Auch wenn neue Studien (für den amerikanischen Markt) für 2019 vorhersagen, dass Amazon’s Marktanteil aber erstmals sinken soll. Und auch bei der Lead-Aussage zweifele ich. Wieder leider: „Nach Jahren der Echo-Dominanz starten Google Home, HomePod und viele kleine Anbieter offenbar ihre Aufholjagd.“

TechTäglich__Siri_wird_endlich_schlauer___LEAD
Die besten Zeiten sind vorbei? Ich habe da meine Zweifel. Viel zu viele Käufer denken nicht über die Konsequenzen von Echo und den Konzern Amazon nach. – Screenshot von LEAD.

Doch weg von puren Markanteilen zurück zum Thema Datenschutz: Nur Apple und dem Home Pod darf man wohl noch Vertrauen in puncto Datenschutz entgegen bringen – auch wenn man deren Verhalten in China wohl auch kritisieren muss.  Und nochmals zur Sicherheit: Ich spreche lediglich von relativem Vertrauen zu Apple in punkto Datenschutz!

Einige Tweets und der Kommentar von Volker Weber zum Thema (über den ich auch auf den Tweet und das Editorial aufmerksam geworden bin):

Apple hat Facebook und Amazon in diesem Jahr gezeigt, wie man sich korrekt verhalten sollte und wie man mit der Öffentlichkeit kommuniziert – die anderen, wie man es nicht macht.

über Neuer Datenmissbrauch bei Facebook: Daten von Nutzern geteilt – Carsten Knop in der FAZ

Diesmal traf es Amazon, aber ich vermute sehr stark, dass bei ganz vielen Unternehmen ein hemdsärmeliger Prozess implementiert wurde, um mal ganz schnell diese DSGVO-Forderung erfüllen zu können.

Jetzt schicken mir mal den IT-Futzi in den Keller, der dann als Admin die Daten rausfischt, das ist ja wohl kaum die Lösung. …

Vom führenden Cloud-Unternehmen kann ich mehr erwarten. Muss ich.  …

über vowe dot net :: Kommentar :: Mein Problem mit dem Alexa-Unfall

(Stefan Pfeiffer)

 

6 Kommentare zu „Amazon Echo-Datenpanne: „War doch nur menschliches Versagen“ – Nein! Die Wohnung entwanzen!

  1. Zum Thema „Amazon Echo: Die besten Zeiten sind vorbei“. Von wegen. So schnell zumindest nicht:

    „Laut Amazon war der Mini-Lautsprecher Echo Dot sein meistverkauftes Produkt im Weihnachtsgeschäft. Dazu passt auch, dass Amazons Alexa-App an Weihnachten zwischenzeitlich auf Platz eins in den iOS-Charts gerauscht ist.“

    über TechTäglich: Alexa stürzt an Weihnachten ab | LEAD > https://www.lead-digital.de/techtaeglich-alexa-stuerzt-an-weihnachten-ab/#snapchat

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