Und ewig grüßt das Murmeltier: Eigentlich interessiert sich niemand wirklich für Datenschutz und Privatsphäre, viele Bürgerinnen und Bürger nicht, die Regierungsstellen sowieso nicht

Am Karfreitag bin ich mal meinen RSS Reader durchgegangen. Da hatte sich einiges angesammelt. Und es ist spricht für sich selbst, was in den vergangenen 4 Wochen so veröffentlicht wurde. Und ewig grüßt das Murmeltier:

  • Die Mehrzahl meiner Bekannten bleibt weiter auf Facebook und nutzt weiter WhatsApp. Ich schaffe es ja nicht mal, meine Frau davon abzubringen. Was muss noch passieren? Zitat eines Freundes: „Wenn Werbung auf WhatsApp kommt, dann würde ich es mir überlegen …“
  • Die deutsche Verwaltung, Bundes- und Landesregierungen bleiben weiterhin Microsoft-hörig. Von ihnen hört man nichts, rein gar nichts zu den potentiellen DSGVO-Verstößen von Microsoft. Es lebe die Lobbyarbeit. Ein Hoch auf die Amigos! Kampagnen „Public Money, Public Code“, die Open Source in der Verwaltung fordern, scheinen von genannten Stellen nicht gehört zu werden.
  • Google bleibt die beliebteste Suchmaschine, Chrome der dominierende Browser und Android das zahlenmäßig verbreitetste mobile Betriebssystem – trotz der Datensammelwut und Verwertung der Daten durch Google.
  • Gespräche mit Amazons Alexa werden einfach mal transkribiert, natürlich nur, um Alexa noch besser zu machen.

Frustrierend. Was muss noch alles passieren, damit mehr Anwenderinnen und Anwender und gar Regierungsstellen aufwachen? Oder wollen und werden sie gar nicht aufwachen.

Nur ein Auswahl von Beiträgen aus meinem RSS Reader. Mir ist sicher noch einiges entgangen.

20. April 2019 – Jörg Schieb zu Wie uns Facebook zum Narren hält

Die Salami-Taktik muss dringend unbenannt werden: in Zuckerberg-Rhetorik. Denn Mark Zuckerberg und seine Armee geben immer nur das zu, was ohnehin nicht mehr zu leugnen ist, und zwar so spät und so unauffällig wie möglich. Niemand beherrscht diese Methode so gut wie Facebook – und wendet sie auch so häufig an. …

Ein Konzern, der jeden Monat Milliarden-Gewinne erwirtschaftet, hält seine Nutzer und die Öffentlichkeit zum Narren. Ungestraft. Folgenlos. Wir unternehmen nichts.

über Mehr User betroffen: Wie uns Facebook zum Narren hält › Digitalistan

19. April 2019 – Facebook speicherte Passwörter von Millionen Instagram-Nutzern unverschlüsselt 

Facebook wendet im Falle einer bereits bekannten Datensicherheitspanne die Salami-Taktik an: Bislang sprach der Konzern von einigen Zehntausend betroffenen Nutzern, jetzt wird klar: Die Passwörter von Millionen Nutzern der Fotoplattform Instagram wurden unverschlüsselt auf internen Servern gespeichert. Das erklärte das Unternehmen am Donnerstag.

über Facebook speicherte Passwörter von Millionen Instagram-Nutzern unverschlüsselt – SPIEGEL ONLINE

16. April 2019 – Eine unbedingt lesenswerte Analyse von WIRED zu Facebook: 15 Months of Fresh Hell Inside Facebook

Scandals. Backstabbing. Resignations. Record profits. Time Bombs. In early 2018, Mark Zuckerberg set out to fix Facebook. Here’s how that turned out.

über 15 Months of Fresh Hell Inside Facebook | WIRED

16. April – Mark Zuckerberg leveraged Facebook user data to fight rivals and help friends, leaked documents show

Facebook CEO Mark Zuckerberg oversaw plans to consolidate the social network’s power and control competitors by treating its users’ data as a bargaining chip, while publicly proclaiming to be protecting that data, according to about 4,000 pages of leaked company documents largely spanning 2011 to 2015 and obtained by NBC News.

über Mark Zuckerberg leveraged Facebook user data to fight rivals and help friends, leaked documents show

16. April 2019 – Google Nutzer werden also permanent ausspioniert – auch wenn sie das Gerät nicht aktiv benutzen

Wer sich einmal vor Augen führen möchte, in welchem Ausmaß Google Daten sammelt und verarbeitet, der sollte unbedingt einen Blick auf die Forschungsergebnisse Google Data Collection werfen. …

Google Nutzer werden also permanent ausspioniert – auch wenn sie das Gerät nicht aktiv benutzen.

über Google Data Collection: Eine fundierte Analyse – Kuketz IT Security

16. April 2019 – Internet Explorer ist Einfallstor für Hacker

Über eine Schwachstelle in Microsofts Internet Explorer können sich Cyberkriminelle Daten von Windows-Nutzern beschaffen – auch wenn diese über einen anderen Browser ins Netz gehen.

über Internet Explorer ist Einfallstor für Hacker | NZZ

16. April – Hackerziel Microsoft: 70 Prozent aller Attacken haben Office im Visier

Hacker nehmen laut Sicherheitsforschern zunehmend Office-Produkte ins Visier. 70 Prozent aller Angriffe sollen 2018 auf Sicherheitslücken in Office abgezielt haben.

Microsofts Office-Suite hat im vergangenen Jahr die Browser als beliebtestes Objekt für Angriffe von Hackern abgelöst. Waren Chrome, Firefox, Edge, Safari und Co. 2016 noch für 45 Prozent aller Angriffe auf Sicherheitslücken verantwortlich, waren es 2018 nur noch 14 Prozent. Stattdessen zielen die Hacker offenbar verstärkt auf die Office-Produkte von Microsoft ab, wie Kaspersky mitteilt *.

über Hackerziel Microsoft: 70 Prozent aller Attacken haben Office im Visier

15. April – Sicherheitspanne bei Microsoft Outlook

Drei Monate lang konnten Hacker laut einem Bericht des amerikanischen Tech-Magazins «The Verge» unbemerkt auf den Web-E-Mail-Dienst von Microsoft zugreifen. Abgegriffen werden konnten demnach Konto-Informationen von Outlook.com-Nutzern, nicht aber der Inhalt von E-Mails und Attachments, wie aus einem Schreiben von Microsoft an betroffene Nutzer hervorgeht.

über Sicherheitspanne bei Microsoft Outlook | NZZ

11. April 2019 – Amazon-Mitarbeiter hören sich Privatgespräche mit Alexa an

Um die virtuelle Amazon-Assistentin zu verbessern, transkribieren und analysieren Mitarbeiter jeden Tag Tausende von aufgezeichneten Gesprächen. Wird es zu privat, sollen sie offenbar aufhören. Die Kunden wissen nichts davon.

über Amazon-Mitarbeiter hören sich Tausende Privatgespräche mit Alexa an – SPIEGEL ONLINE

11. April – Nach Microsoft-Patchday: KB4493472, KB4493446 und weitere Updates legen Windows lahm

Die am vergangenen Patchday veröffentlichten kumulativen Windows-Security-Updates KB4493472 (für Windows 7 SP 1 und Windows Server 2008 R2 Service Pack 1) und KB4493446 (Monthly Rollup; Windows 8.1, Windows Server 2012 R2) verursachen auf zahlreichen Systemen schwerwiegende Probleme.

Gegenüber heise online berichteten Leser, dass nach dem Rollout von KB4493472 keine Netzwerkverbindung und Domänenanmeldung mehr möglich gewesen sei.

über Nach Microsoft-Patchday: KB4493472, KB4493446 und weitere Updates legen Windows lahm | heise online

9. April 2019 – DSGVO: Datenschützer untersucht EU-Verträge mit Microsoft

Die EU-Datenschutzbehörde EDPS untersucht, ob die Verträge der EU-Dienststellen mit Microsoft der seit Ende 2018 geltenden Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) entsprechen. Das teilte die Behörde, die für die Überwachung und Durchsetzung des Datenschutzes in der Europäischen Union zuständig ist, am Montag in Brüssel mit.
Microsoft überall

Die verschiedenen Institutionen der EU nutzen Microsofts Produkte und Dienstleistungen für die alltägliche Arbeit. Dabei werden große Mengen an persönlichen Daten verarbeitet. Das ESPS will deshalb nun zunächst erfassen, welche Produkte und Dienstleistungen von Microsoft bei der EU im Einsatz sind. Dann will die Datenschutzbehörde feststellen, ob die zugrundeliegenden vertraglichen Regelungen den Anforderungen der DSGVO entsprechen.

über DSGVO: Datenschützer untersucht EU-Verträge mit Microsoft | heise online

8. April 2019 – EU starts investigation of Microsoft’s contracts with EU institutions after Dutch government report

 

 

 

 

 

6. April – Welche Daten ein Tesla auf seinen internen Systemen (unverschlüsselt) speichert und wie problematisch das sein kann

Kate Fazzini hat hier mit Hilfe von ein paar gutartigen (whitehat) Hackern aufgezeigt, welche Daten ein Tesla auf seinen internen Systemen (unverschlüsselt) speichert und wie problematisch das sein kann, weil diese Daten offenbar nicht routinemäßig von verschrotteten Teslas gelöscht werden. …

Das Problem dürfte sich nicht auf Tesla beschränken, auch Fahrzeuge anderer Hersteller sammeln, was sie können – also unter Umständen sehr, sehr viel. So richtig klar ist das uns allen offenbar nicht, dass nicht nur Facebook, Google, Apple oder Amazon hungrige Datenkraken sind, die wir bereitwillig füttern, sondern eben auch BMW, VW et al. Und wenn der derzeitige Trend zum intelligenten, vernetzten Zuhause anhält, werden auch immer mehr Daten aus unseren Wohnungen auf Vorrat gespeichert und abfließen.

über Wir spenden viel mehr Daten, als wir glauben

5. April 2019 – Google wird zunehmend nerviger

Wenn man Android nutzt, dann hat man sowieso schon den ganzen Google-Kram an Bord und merkt viel weniger, wie invasiv das Google-Auftreten mittlerweile ist. Aber wenn man nicht in Chrome lebt, dann fällt einem auf, das man ständig genervt wird, doch nun endlich den Google Browser zu installieren. Zur Erinnerung: In Chrome muss man sich anmelden, damit Google auch immer schön weiß, wo man ist.

über vowe dot net :: Google wird zunehmend nerviger

3. April 2019 – Das Datenschutz-Paradoxon: Nutzer wollen mehr Kontrolle – aber keine Bequemlichkeit aufgeben

Auf der einen Seite fordern Verbraucher meist lautstark mehr Kontrolle über ihre Daten im Internet. Gleichzeitig sind sie aber vielfach nicht bereit, dafür Abstriche bei der Bequemlichkeit etwa beim Surfen oder beim Online-Shopping in Kauf zu nehmen.

über Das Datenschutz-Paradoxon: Nutzer wollen mehr Kontrolle – aber keine Bequemlichkeit aufgeben | Kroker’s Look @ IT

31. März – Der Facebook-Chef als Datenschützer? Zuckerberg präsentiert vier Ideen zur Regulierung im Internet, die eine Sensation sein könnten – wenn er es ernst meint. 

Für Facebook dürften die Konsequenzen ohnehin überschaubar sein: Die blaue App, das soziale Netzwerk, verliert an Bedeutung. Instagram und Whatsapp werden immer wichtiger. Kommunikation verlagert sich zunehmend aus dem öffentlichen Raum in geschlossene Gruppenchats und private Nachrichten. …

Zuckerberg schreibt viel über Transparenz und demokratische Kontrolle. Eine Sache verschweigt er dabei: Die interne Struktur von Facebook gleicht keiner Demokratie, sondern einer Autokratie. Seine Aktien sichern ihm zehnfaches Stimmrecht zu. Damit kann er theoretisch fast alles allein bestimmen. Es liegt also an Zuckerberg, ob Zuckerbergs Vorschläge auch Realität werden.

über Facebook: Zuckerberg im Glaubwürdigkeits-Check – Digital – Süddeutsche.de

28. März 2019 – EU-Staaten vertrödeln den Datenschutz bis nach der Europawahl

Die EU-Staaten haben es nicht allzu eilig mit der Stärkung des Datenschutzes. Die ePrivacy-Verordnung soll die Privatsphäre bei der elektronischen Kommunikation schützen – und Werbe-Tracking durch Konzerne wie Google und Facebook einschränken. Doch das Gesetz, das die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ergänzen soll, kommt in Brüssel nicht voran, wie nun die Bundesregierung bestätigt.

über EU-Staaten vertrödeln den Datenschutz bis nach der Europawahl – netzpolitik.org

22. März 2019:

 

 

 

22. März 2019 – Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber:

„Es ist zwar traurig, aber ein Datenschutzvorfall bei Facebook ist mittlerweile leider keine große Überraschung mehr. Skandalös ist allerdings, dass einer der weltweit größten IT-Konzerne offensichtlich nicht weiß, wie Kundenpasswörter gespeichert werden müssen.“

über Ulrich Kelber tadelt Facebook für Passwort-Panne – SPIEGEL ONLINE

21. März 2019 – Facebook speicherte Hunderte Millionen Passwörter unverschlüsselt

Das Unternehmen hat zugegeben, Passwörter von Hunderten Millionen Nutzern unverschlüsselt gespeichert zu haben. Auch das Netzwerk Instagram ist betroffen.

über Datensicherheit: Facebook speicherte Hunderte Millionen Passwörter unverschlüsselt | ZEIT ONLINE

20. März 2019:

 

20. März 2019 – 1,49 Milliarden Wettbewerbsbuße für Google wegen Online-Werbung

Die EU-Kommission brummt dem Suchmaschinenbetreiber Google wegen Missbrauchs seiner beherrschenden Stellung auf dem Markt für Online-Werbung eine Milliardenbuße auf. Die Bußzahlung von 1,49 Milliarden Euro werde verhängt, da Google durch restriktive Klauseln mit Internetseiten verhindere, dass Wettbewerber dort Werbeanzeigen plazieren können, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit.

über 1,49 Milliarden Wettbewerbsbuße für Google wegen Online-Werbung

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