Damals im Dezember 2018 habe ich mich von Facebook verabschiedet und alle meine Beiträge gelöscht, nach gut zehn Jahren. Seit August 2023, vor gut drei Jahren, bin ich wieder aktiv dabei. Warum? Viele meiner Freunde sind dort und nirgendwo sonst, und ich will sie mit meinem Blog und unserem Podcast #9vor9 erreichen. Diese Rechnung scheint aufzugehen: Facebook bringt mir nach (deutlich hinter) Google die meisten Leser auf meinen Blog. Das ändert nichts an meiner Meinung zu Mark Zuckerberg und dessen Praktiken, die Ingo Dachwitz auf netzpolitik.org auf Basis des Enthüllungsbuchs ‚Careless People‘ zusammenfasst.
Mina Marschall hat gerade in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (Link folgt, sobald online) beschrieben, wie soziale Medien uns den Verstand rauben. Sie schreibt als Millennial, die mit SchülerVZ und Myspace erwachsen wurde. Auch ich habe wie sie stundenlang mit ICQ gechattet. In diesen Zeiten waren die sozialen Medien neu und ja, sie haben Spaß gemacht. Das hat sich im Laufe der Jahre deutlich geändert.
Am Ende gibt Mina Marschall zu, dass sie bei aller Kritik an diesen unterdessen asozialen Medien ihren eigenen Text für Instagram „zerlegt“ – und auf ein bisschen Empörung Resonanz hoffen wird. Ich musste schmunzeln. Ich mache es genauso, nur mit grauen Haaren und einer längeren Vorgeschichte. Diese Vorgeschichte ist dokumentiert, Beitrag für Beitrag, seit 2009. Nicht auf Facebook, nicht auf Twitter. In meinem Blog.
Ein Sofa, Twitter und Farmville
2009 saß ich auf der Web 2.0 Expo in Berlin auf einem Sofa und meldete mich bei Twitter an. Ein junger Mann neben mir fragte, ob ich neu sei. Ich war es, und es war mir ein wenig peinlich. Wenige Wochen später zwitscherte ich als Stefan63 in 140 Zeichen und stellte im Blog die Sinnfrage: „Gezwitschere“ – kann man das ernst nehmen? Meine Antwort: ja, wenn man es ernsthaft betreibt. Und ich ließ Amanda Lear dazu singen „Follow me“.
Twitter wurde über viele Jahre meine Heimat im Netz. Ich habe mich mit vielen interessanten Leuten vernetzt, konnte mich darauf verlassen, über meine Listen immer aktuelle Informationen zu bekommen. Und natürlich habe ich auch selbst kräftig gezwitschert, in englischer und deutscher Sprache. An die 6.000 Follower waren die „Belohnung“. Viele haben über schlechte Erfahrungen auf Twitter berichtet? Ich persönlich kann mich an kaum eine erinnern. Twitter war mein Arbeitszimmer, eine unverzichtbare Informations- und Diskussionsplattform.
Facebook war dagegen bis 2018 mein Wohnzimmer. Dort habe ich mich mit Kollegen und Freunden aus den USA, weltweit und natürlich aus Deutschland vernetzt und mitbekommen, was bei denen so privat los war. Und ich gestehe: Ich habe Farmville gespielt, mit Freunden und Bekannten, und das eine Zeitlang sehr intensiv. 2010 schrieb ich, Facebook sei für mich das wahre soziale Netzwerk. Dort wurde gelästert, wurden Rezepte getauscht und Fußballspiele seziert. Den Umgang mit unseren Daten fand ich schon damals fragwürdig, doch erst einmal blieb ich – wie oben beschrieben – bis 2018, um im August 2023 zurückzukehren.
Abschied auf Raten
Eigentlich wollte ich Ende 2018 nur WhatsApp löschen und Facebook behalten. Dann berichtete die New York Times, dass Facebook jahrelang mit Nutzerdaten gehandelt hatte. Ich schrieb meinen schon geplanten Beitrag um, die alten Sätze durchgestrichen, und zog mich neben WhatsApp auch von Facebook und Instagram zurück. Viele internationale Kontakte zu Bekannten und Freunden rissen ab, und auch die Klicks auf mein Blog brachen ein. Gunnar Sohn hielt meinen Abschied damals für falsch: Man müsse Facebook von innen aushöhlen. Das ist ihm und den anderen eher nicht gelungen.
Dann kam ein weiteres einschneidendes Erlebnis. Elon Musk kaufte 2022 Twitter. Ich fuhr meine Aktivität zurück, Monat für Monat, und stellte mir die Frage: Should I stay or should I go? Im Herbst 2023 änderte X seine Datenschutzregeln und nahm sich das Recht, meine Tweets für seine KI zu verwenden. Nach 14 Jahren löschte ich mein Konto und sagte rund 6.000 Followern Lebewohl. Ich habe viele wertvolle und liebe Kontakte verloren, deren Austausch ich vermisse, aber die meisten von ihnen sind auch gegangen. Amanda Lear sang erneut „Follow me“, diesmal zum Abschied.
Mit dem Twitter-Konto verschwand alles, was ich dort geschrieben hatte. Vierzehn Jahre Gedanken, Links, Streitgespräche, Glückwünsche: weg. Und die Lücken reichen bis in mein Blog. Im Beitrag zum Facebook-Abschied 2018 hatte ich Tweets von Kollegen eingebettet, die schon damals konsequenter waren als ich. Heute stehen dort nur noch nackte Links, die ins Leere führen. 2022 bat ich die Leser, die Diskussion zum Musk-Kauf in meinem Twitter-Thread nachzulesen. Der Thread existiert nicht mehr. Also: Er existiert vielleicht noch, in meinem Twitter-Archiv, in das ich aber seitdem nicht mehr hineingeschaut habe.
LinkedIn, XING und die Business-Kasper
Auch die „ernsthaften“ sozialen Netzwerke für den Beruf haben sich verändert. Wer außer den Älteren kennt überhaupt noch XING? Dabei war XING durchaus mal ein ernsthaftes Angebot im deutschen Markt. Dort vernetzte man sich mit anderen „Geschäftsleuten“. Dort diskutierte man in Gruppen oder bewarb seine Events. LinkedIn hatte damals in Deutschland noch einen langen Weg vor sich – und hat es geschafft. XING dagegen demontiert sich selbst: 2022 strich es Events und Gruppen, also genau das, was aus einem Adressbuch ein Netzwerk macht.
LinkedIn ist heute zumindest in den USA und Europa das dominierende Netzwerk für Geschäftskontakte und Firmen. Oder wie es Volker Weber einmal pointiert formuliert hat: LinkedIn ist das Netzwerk für Business-Kasper. Dort wird fast nur noch geworben und promotet. Firmen verkünden Erfolge, Consultants verkaufen ihre Beratung. Vor wenigen Jahren beherrschten die Social-Media-Experten die Szene, heute sind es natürlich die KI-Experten. Echte Gespräche, ein Austausch oder eine Diskussion sind selten geworden. Stattdessen Hurra-wir-sind-die-Größten-Postings.
Wer auf LinkedIn auf Texte außerhalb der Plattform verweist – wie auf meinen Blog –, wird kaum berücksichtigt. Links nach außen bekommen weniger Reichweite, weil LinkedIn die Leser bei sich halten will. Nicht nur für einen Blogger ist das ein Problem: Ich schreibe, um gelesen zu werden, und die Plattform bremst genau den Link, der zu meinem Text führt. Deshalb bin ich dort nur noch Sender. Meine Beiträge laufen automatisch hin, ich lese kaum, weil es kaum Sinnvolles zu lesen gibt – oder der LinkedIn-Algorithmus laufend Firmen- und Produktanzeigen in den Feed spielt.
Und eines wird gern vergessen: LinkedIn gehört Microsoft. Wer sich dort über die Macht der US-Konzerne ereifert, tut es auf dem Grundstück eines der größten davon. Ein Konzern, der mit Windows, Office und Azure ohnehin viele Unternehmen in Europa im Griff hat, kontrolliert so auch noch die Kontaktdaten und den Austausch der Berufswelt.
Wenn Konzerne löschen
Nicht nur viele private Spuren sind im Netz verschwunden. Auch vieles, was ich oft zusammen mit Gunnar Sohn und Lars Basche produziert und gestaltet habe, ist verschwunden. Wir drehten Reportagen, führten Gespräche, sendeten live – alles war vor allem auf YouTube zu sehen. Später moderierte ich fast jeden Dienstag das IBM Livestudio Magazin und sprach mit Kunden, Partnern und Forschern über Cloud, Quantencomputer und KI. Darunter waren Gespräche mit deutschen KI-Fachleuten, Jahre bevor ChatGPT die künstliche Intelligenz an jeden Küchentisch brachte.
Doch dann beschlossen sogenannte Social-Media-Experten in der Konzernzentrale, die Kanäle in den sozialen Medien zu bündeln. Der deutsche YouTube-Kanal wurde gelöscht, und mit ihm viele Stunden Reportagen und Interviews. Ich habe mir damals keine Kopien gesichert. Und fort ist es.
Neun Minuten vor neun
Im Februar 2018 haben Gunnar, Lars und ich ein eigenes Format gestartet: #9vor9. Jeden Dienstag um 8:51 Uhr, neun Minuten lang, die digitalen Themen der Woche. Gesendet haben wir live auf Facebook, weil dort am meisten los war. Unser kleiner Sender wurde also ausgerechnet auf der Plattform von Zuckerberg geboren.
Aus neun Minuten wurden längere Gespräche, aus einem Livestream ein Podcast mit eigenem YouTube-Kanal. Gunnar ist irgendwann ausgestiegen, Lars und ich machen weiter, fast jede Woche, seit mehr als acht Jahren. Er der Stoiker aus dem Norden, ich der hessische Grantler. Jede Folge steht auch hier im Blog – oder bei den wichtigsten Podcast-Catchern und Podigee. Wer wissen will, worüber wir uns 2022 beim Musk-Kauf oder 2025 bei Zuckerbergs Kehrtwende aufgeregt haben, findet es dort.
Vielleicht verkläre ich das. Ein Teil davon war Firmenwerbung, und manches Video hätte sich ohnehin niemand mehr angeschaut. Aber manche Gespräche wären heute ein Zeitdokument: wie wir über KI dachten, bevor alle darüber redeten. Diese Erinnerungen hängen nicht an meinem Gedächtnis, sondern an einer Entscheidung in einem Büro in den USA. Was lernen wir aus all den Erfahrungen, privat und beruflich? Wer seine Arbeit auf fremden Plattformen ablegt, verliert sie, sobald dort jemand aufräumt.
Wut bringt Reichweite
Als ich 2010 schrieb, Facebook sei das wahre soziale Netzwerk, meinte ich die Pinnwand. Ich sah, was meine Freunde posten, in der Reihenfolge, in der sie es posten. Das ist schon lange vorbei. Die Algorithmen sortieren den Feed, auf Facebook, Twitter, LinkedIn – nahezu allen sozialen Medien. Und mithilfe von künstlicher Intelligenz werden die Feeds mit KI-generierten Inhalten, oft Fake News, geflutet.
Dabei steckt ein Motiv dahinter: Ich soll auf der jeweiligen Plattform bleiben. Was viele aber dort festhält, ist selten das Nachdenkliche oder Informative. Es ist das, was aufregt und empört. Beiträge, die Wut auslösen, bekommen Kommentare, Kommentare bringen Reichweite, Reichweite bringt Werbeeinnahmen. Eine Studie der Medienanstalten bestätigt, was ich in den Kommentarspalten erlebe: Die meisten wünschen sich sachliche Debatten, ziehen sich aber zurück, weil die Plattformen an der Wut verdienen. Die schweigende Mehrheit bleibt stumm, Frauen ziehen sich immer weiter aus den mittlerweile asozialen Netzwerken zurück, die Lauten und Extremen beherrschen die Bühne.
Marschall nennt dieses Prinzip Ragebait, und seit diesem Samstag ist das Wort auch Jugendwort des Jahres 2026. Gemeint sind Beiträge, die nur einen Zweck haben: Wut auslösen. Eine erfundene Behauptung, eine bewusst wilde Meinung, ein Satz, der ein ganzes Lager auf die Palme bringt. Wer sich aufregt und widerspricht, liefert Kommentare, wer teilt, liefert Reichweite. Dem Algorithmus ist egal, ob ich begeistert oder wütend reagiere. Er zählt nur, dass ich reagiere. Dass Elf- bis Zwanzigjährige ausgerechnet dieses Wort zum Sieger gewählt haben, zeigt, dass sie das Muster kennen. Immun macht das nicht: Wer Ragebait erkennt, hat noch lange nicht aufgehört, darauf anzuspringen.
Die Lauten sind nicht zufällig laut. Russland baut seine Desinformationskampagnen auf den großen Plattformen zuletzt deutlich aus. Die AfD spielt ihre Hetze genau dort aus, wo junge Leute sich informieren. Und die Algorithmen helfen mit: Laut Studien von ZDF Frontal und Global Witness bevorzugen X und TikTok rechte Parteien. Das ist kein Unfall, das ist das Geschäftsmodell.
Wie erwähnt ist die nächste Welle schon da, eher ein Tsunami, der alles überflutet: von KI erstellter Müll. Bilder von Dingen, die nie passiert sind. Videos von Politikern, die Sätze sagen, die sie nie gesagt haben. Als ich 2024 über die Euphorie von damals und die Ernüchterung durch gefälschte Bilder schrieb, war das noch Warnung. Heute frage ich mich bei fast jedem Bild, das viral geht, als Erstes, ob es echt ist. Fake News, Bilder und Videos heizen die Stimmung weiter, und durch KI-Bots oder Menschen erstellte Hasskommentare überschwemmen die asozialen Medien. Wenn nichts mehr echt sein muss, wird alles beliebig, besonders die Wahrheit.
Sechzig Sekunden gegen den Algorithmus
Viel zu oft klagen wir Älteren und ich Babyboomer über die endlose Flut an Bildern und Kurzvideos auf TikTok und Instagram. Doch ich wollte mir das genauer anschauen. Deshalb startete ich 2025 mein #60Sekunden-Experiment: Ich fasste meine Blogbeiträge in Kurzvideos im Comic-Stil für TikTok, Instagram und YouTube zusammen. Eine KI half mir, den Text auf sechzig gesprochene Sekunden einzudampfen, ich überarbeitete den Text, CapCut baute daraus Bilder, Stimme und Schnitt. Ich feilte noch etwas herum und voilà. Das Kurzvideo war fertig.
Ich gestehe: Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich war überrascht, was man in 60 Sekunden unterbringen kann. Nach etwa 30 Videos wusste ich, welche Themen tragen. Ich wusste auch, wie es sich anfühlt, wenn ein paar Hundert Leute zuschauen und manche Kommentare unter die Gürtellinie gehen. Gestoppt haben mich nicht diese Kommentare, sondern CapCut von ByteDance, dem TikTok-Konzern. Die KI-Funktionen, mit denen ich die Videos schnell erstellen konnte, verschwanden, und das Abo war mir für ein Hobbyprojekt ohne Einnahmen zu teuer. Ich musste das Experiment leider einstellen. Ich würde es gerne wieder starten.
Im Fediverse zu Hause, fast allein
Es gibt einen Ort, an dem ich mich weiter wohlfühle: das Fediverse, Mastodon. Das Fediverse ist ein Netz aus vielen unabhängigen Servern, das keinem Konzern gehört. Kein Algorithmus schiebt mir Empörung in den Feed. Ich sehe, was die Leute posten, denen ich folge, in der Reihenfolge, in der sie es posten. Dort habe ich jetzt die meisten Follower, dort ist der Ton am freundlichsten, dort rede ich mit Menschen statt nur zu senden. Mein Blog ist inzwischen selbst ein Teil des Fediverse, jeder Beitrag erscheint automatisch dort und mittlerweile rund 150 Nutzer folgen ihm.
Perfekt ist das Fediverse nicht, viele Blogger-Freunde meiden es dagegen. Viele der Altvorderen dort belehren Neulinge lieber, als sie willkommen zu heißen. Auch dort herrscht oft Intoleranz und der falsche, unangemessene Ton. Das eigentliche Problem ist aber ein anderes: Für viele in meinem Freundeskreis ist Mastodon ein Club für Netzfreaks, kompliziert, leer, ohne die Leute, die sie kennen. Ich habe die rhetorische Frage gestellt, wie wir Sandra und Frank und die Jungen ins Fediverse bekommen. Eine überzeugende Antwort habe ich bis heute nicht. Das beste offene Netz nützt wenig, wenn es nur wenige nutzen.
Rückfällig, mit offenen Augen
Ich habe die Regeln selbst erfahren. Für meine Kurzvideos musste der Anfang packen, sonst wischten die Leute weiter. Wer für den Algorithmus schreibt, schreibt anders als für einen Menschen. Genau das beschreibt Marschall bei sich selbst, und ich kenne es von mir. Auf Mastodon gibt es diesen Zwang nicht – aber zu wenige sind da.
Viele Freunde, auch meine Frau, sind nur auf Facebook oder Instagram, weil sie dort lokale Nachrichten, Gruppen und die Leute finden, die sie kennen. Auf mein Blog kommen sie nur, wenn ich ihnen genau dort den Weg zeige. Deshalb poste ich seit August 2023 wieder dort. Wenn russische Trolle, KI-Müll und rechte Hetze dort lauter werden, dürfen die Demokraten nicht schweigen.
Marschall sagt über sich, sie sei süchtig. Ihr Daumen tippe auf das App-Symbol, bevor sie es merke. Das kenne ich weniger. Ich scrolle nicht stundenlang durch Feeds. Abhängig bin ich trotzdem: von der Reichweite, von den Orten, an denen meine Freunde sind. Die Plattform muss mich nicht süchtig machen. Es reicht, dass sie die Menschen hat, die ich erreichen will.
Das Blog bleibt
Gunnar Sohn, mit dem #9vor9 begann, spricht heute von der vermieteten Öffentlichkeit. Das trifft es. Was ich in gemieteten Räumen schreibe oder filme, gehört am Ende dem Vermieter. Er kann es verkaufen, für seine KI verfüttern oder mit einem Klick löschen. Meine 6.000 Twitter-Follower sind Geschichte. Meine Tweets sind weg. Die Livestudio-Reportagen: gelöscht. Mein Blog dagegen ist noch da, mit jedem Irrtum und jeder Kehrtwende, und mit ihm jede Folge von #9vor9. Nach siebzehn Jahren ist es meine stabile Heimat im Netz, der einzige Ort, der mir gehört und der überdauert hat.
Mein Blog ist mein Zuhause, das Fediverse mein Stammlokal. Facebook ist die Litfaßsäule an der Ecke, an der meine Freunde jeden Tag vorbeigehen. Die Säule gehört einem Mann, dessen Politik ich zum Kotzen finde, und daneben kleben Hetzplakate und gefälschte Fotos. Ich klebe trotzdem meine Zettel dran. Auf jedem Zettel steht die Adresse meines Hauses.
Konsequent ist das nicht. Und an dem Tag, an dem meine Freunde ins Stammlokal umziehen, bin ich der Erste, der die Säule abräumt. Doch das sehe ich leider nicht. Mein Zuhause bleibt bestehen. Das habe ich gelernt – lernen müssen. Ebenso, dass einstmals soziale Medien zu heute asozialen Medien verkommen sind.
Quellen & Leseempfehlungen
- Soziale Medien rauben uns den Verstand — Mina Marschall, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 10.10.2026
- „Gezwitschere“ – Kann man das ernst nehmen? — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 22.03.2009
- Facebook ist (für mich) das wahre soziale Netzwerk — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 04.06.2010
- Möge die Macht in den sozialen Medien verteilt sein – Gedanken nach oder vor Google+ — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 02.07.2011
- #9vor9 am 16.10.2018: JEDI-Projekt, Flagge zeigen in Social Media und Industrie 4.0-Denkfehler — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 17.10.2018
- Nach den letzten Berichten Fass übergelaufen: Zum Jahresende Schluss mit WhatsApp, Instagram und Facebook — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 20.12.2018
- Der Traum von der proaktiven, bürgerfreundlichen Verwaltung oder wenn das Kindergeld automatisch nach Geburt gezahlt würde — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 22.04.2021
- Goodbye WhatsApp, ciao Facebook, au revoir Gmail und was bringt es? — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 28.04.2022
- Erinnerungen an Livestudio in Berlin, Favre und Rose, Homeoffice und alles Peanuts, oder? — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 22.05.2022
- Curry-Wurst, kaum Brücken, kaum Regen und Abschied nehmen — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 21.08.2022
- Nach der Übernahme durch Musk: Should I stay or should I go? — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 30.10.2022
- Herausforderung: Immer mehr Desinformationskampagnen #9vor9 — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 13.09.2023
- Twitter: @DigitalNaiv – Dieser Account existiert nicht (mehr) — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 09.10.2023
- Das Netz: Euphorie damals, Ernüchterung durch Fake Bilder und News heute — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 08.09.2024
- „Free Speech“ statt Faktencheck – Mark Zuckerberg kapituliert vor Trump. Wir nicht?! — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 12.01.2025
- Wie kriegen wir Sandra und Frank und „die Jungen“ ins Fediverse? #SaveSocial — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 16.02.2025
- High Noon: Zwischen Trumps „Deals“ und Putins Angriffskrieg #Wochenschau — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 21.02.2025
- Fediverse, Mastodon und #SaveSocial – der Kampf um ein demokratisches Netz #rp25 — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 30.05.2025
- Zwischen Blog, Facebook & Mastodon – Über Kommentare, Reichweite und Kompromisse — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 15.08.2025
- Das #60Sekunden-Experiment (Teil 1): Erfahrungen mit CapCut — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 29.10.2025
- Das #60Sekunden-Experiment (Teil 2): 30 Kurzvideos später — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 18.11.2025
- Als Blogger auf Social Media #Bloggerschnack — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 01.03.2026
- (Mindestens) 17 Jahre Bloggen – was hat es gebracht? — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 22.03.2026
- Die schweigende Mehrheit und die Aufregungsökonomie: Warum unsere Debattenkultur verkommt — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 27.04.2026
- LinkedIn reduziert die Sichtbarkeit von Beiträgen mit externen Links — Richard Steinbach, promifuchs.de, 04.05.2026
- Die vermietete Öffentlichkeit und der Daumen des Admins — Gunnar Sohn, ichsagmal.com, 10.05.2026
- Jugendschutz per Verbotsschild, Detox per Studie, digitaler Hausmeister per KI — willkommen in Social Media 2026 — Stefan Pfeiffer, stefanpfeiffer.blog, 13.05.2026
- Digitale Gewalt lässt Frauen online verstummen — Deutscher Frauenrat, frauenrat.de, 28.09.2026
- Careless People: Acht Dinge, die ich aus dem Enthüllungsbuch über Facebook gelernt habe — Ingo Dachwitz, netzpolitik.org, 30.09.2026
- Jugendwort des Jahres 2026: „Ragebait“ siegt auf der Buchmesse — ZDFheute, 10.10.2026


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