Nachdem die Künstliche Intelligenz NotebookLM angewiesen habe, meine Blogbeiträge von 2025 „zusammenzufassen“, hier nun Teil 2 meines Jahresrückblicks. Für jeden Monat des Jahres 2025 wähle ich einen Blogbeitrag aus, den ich für den Jahresrückblick als erwähnenswert halte, rein subjektiv. Bewusst habe ich auch einige Themen, eher privat jenseits meiner „Standardthemen“ selektiert. So ergibt sich auch ein wenig ein Bild, wer ich bin. Ich bin auch das, was und wie ich schreibe (oder podcaste).
Januar 2025: „Von Weimar lernen! Wirtschaft, AfD und die Demokratie“
Die von mir sehr geschätzte Historikerin Hedwig Richter warnt vor Vergleichen, doch ich halte sie hier für angebracht. Denn die Geschichte wiederholt sich nicht eins zu eins, doch es gibt erschreckende Parallelen zwischen dem, was in der Weimarer Republik passiert ist, und heute. Wir dürfen das Erstarken der Rechtsradikalen nicht einfach hinnehmen, sondern müssen uns wehren. Dieser Artikel war der im Fediverse am häufigsten geteilte Blogbeitrag. Die Thematik Kampf gegen Rechtsradikale und Nazis zieht sich wie ein roter Faden durch viele meiner Blogbeiträge des Jahres 2025.
Februar 2025: „Der hohe Preis der Bequemlichkeit: Gefangen im Microsoft-Kosmos, bedroht von Trump 2.0“
Trump, die Tech-Oligarchen und die digitale Souveränität Europas und Deutschlands – ein zweiter Strang, den ich 2025 immer wieder aufgreife. Die nicht berechenbare Politik von Trump und seiner MAGA-Jünger erleben wir gefühlt jeden Tag. Gerade jetzt wieder in Venezuela. Daneben beobachten wir mit Schrecken, wie gefühlt alle Tech-Oligarchen von Bezos über Nadella bis Cook den Kotau vor Trump machen. Und in Europa reden wir über digitale Souveränität, doch Provinzfürsten aller Länder und Bundesländer begeben sich mit offenen Augen noch tiefer in die Abhängigkeit, damit der Frosch im Kessel so richtig gar gekocht wird und die Konzerne kassieren. Es ist sehr frustrierend.
März 2025: „Merz: Schafft er Kanzler? Nötig wäre es gerade jetzt“
Das ist eine Frage, die sich viele unmittelbar nach seiner Kanzlerschaft gestellt haben. Beantwortet ist die Frage noch immer nicht. Die Zwischenbilanz fällt eher ernüchternd aus. Immer wieder tritt Merz gerade innenpolitisch in Fettnäpfchen – von der „Stadtbild“-Diskussion bis zu seiner „strombergischen“ Bräsigkeit. Ich wäre gerne optimistischer, dass die Koalition aus CDU/CSU und SPD es schafft, einen wirklichen Aufbruch zu wagen. Doch Lobbyisten und Interessengruppen verteidigen ihre „Besitztümer“ mit Händen und Klauen. Und dieser Koalition fehlen Mut und Kraft, gegen sie vorzugehen, auch weil sie diese Interessengruppen zu brauchen glauben – oder sie vertreten. Doch wo ist die demokratische Alternative zu dieser Koalition? Rechts sicher nicht und ganz links ebenso wenig. Wieder Frust.
April 2025: „Die KI-Revolution im Alltag: Warum plötzlich alle unsere Apps ‚schlau‘ werden“
In meinem Jahresrückblick darf das Thema Künstliche Intelligenz (oder besser Large Language Models) im Alltag nicht fehlen. Mit Neugier, auch einer gewissen Begeisterung, aber auch sehr viel Skepsis beobachte, teste und nutze ich verschiedene Werkzeuge und schreibe darüber auch immer wieder im Blog (ein entsprechender Artikel zu „meinen“ KI-Tools 2025 steht noch aus). In diesem Beitrag warne ich ganz bewusst, dass KI-Funktionen inzwischen fast überall auftauchen, oft ungefragt. Wir brauchen ein neues Bewusstsein für die Kontrolle über die eigenen Daten und die Verifizierung von Fakten – auch wenn im Rahmen einer neokonservativen Welle gerade europäische Werte im Datenschutz aufgegeben werden.
Mai 2025: „Bloggen als Haltung: Eintreten für Demokratie, Aufklärung und Respekt“
Mai ist der Monat, an dem Margot Friedländer starb.
Ich möchte es sicher nicht überhöhen und Bloggerinnen und Blogger zu heroischen Widerstandskämpfern hochstilisieren. Aber so ein bisschen was mit Engagement und für die Demokratie eintreten hat es schon, finde ich. Angesichts einer Verrohung der Sprache und des Aufstiegs rechtsextremer Narrative ist unabhängiges Bloggen jenseits der asozialen Medien für mich ein Zeichen politischer Haltung für den Erhalt unserer offenen Gesellschaft. Was mich oft in und an der Blogosphäre stört: Auch dort wird oft über das Ziel hinausgeschossen, statt tolerant andere Meinungen zu akzeptieren und hart in der Sache, aber nicht persönlich verletzend zu diskutieren.
Juni 2025: „Alte Säcke oder Leistungsträger? Die fehlende Arbeitsmoral der Rentner“
Das Thema Arbeit und die Deutschen, das ist schon eine spezielle Diskussion. Von vielen Älteren in meiner Umgebung höre ich immer wieder Beschwerden über die Arbeitsmoral der Jüngeren. Zur gleichen Zeit fordert die CDU, dass Rentner mehr und länger arbeiten. Die Älteren sind aber im realen Wirtschaftsleben genau diejenigen, die immer zuerst entlassen werden. Und die im Job in der Regel nicht mehr berücksichtigt werden, wenn Führungspositionen vergeben werden. Ein Herr Linnemann und ein Herr Frei kennen wohl das wahre Leben in den Betrieben eher nicht. Leute, fangt mal an, etwas differenzierter zu diskutieren und nicht nur zu verallgemeinern oder Plattitüden rauszuhauen.
Juli 2025: „Einige Gedanken zum Thema Krebserkrankung“
Meine Krebserkrankung habe ich in der Öffentlichkeit (und auch im privaten Umfeld) lange bewusst nicht thematisiert und im engen Kreis „bewältigt“ – so man das überhaupt kann. Andrea und Frank, zwei geschätzte Bekannte, haben dagegen ihre Krankheit öffentlich gemacht, darüber gesprochen und geschrieben. Ich habe einige Gedanken „zu Blog gebracht“, wie man unterschiedlich mit dem Thema Krebserkrankung umgehen kann. Ganz wichtig ist der Satz von Andrea: „Ich bin mehr als meine Krankheit.“ Die Unsicherheit bleibt, aber wir haben ein Leben jenseits der Krankheit.
August 2025: „Drei magischer Momente mit meiner Borussia aus Mönchengladbach“
Die Tage bemerkte ein Freund im Gespräch, dass Fußball ihm nicht in die Wiege gelegt wurde. Das war bei mir anders. Mein Vater war ein begeisterter und guter Fußballer. Ich war ebenso begeistert, aber nicht so gut. Trotzdem und trotz aller Auswüchse der Kommerzialisierung verfolge ich weiter „meine, einzig wahre Borussia“, die aus Mönchengladbach und habe in diesem Beitrag drei magische Momente festgehalten, an die ich mich erinnere. Der Beitrag steht stellvertretend für die Hobbys, die das Privatleben schöner machen. Dazu gehört bei mir unterdessen Tennis – und das After-Tennis Beisammensein). Sich bewegen und danach zusammensitzen und „schwätze“, das halte ich für wichtig, ist ein Stück Lebensqualität.
Oktober 2025: „Trumps Schattenpräsident: Wie Oracle-Chef Larry Ellison die digitale Überwachung vorantreibt“
Nur wenige Deutsche wissen. wer Larry Ellison und sein Sohn sind: gute Freunde von Donald Trump, die ihn seit Jahren unterstützen. Als jemand, der einige Jahrzehnte in der Tech-Branche arbeitet, kenne ich Larry Ellison natürlich als Oracle-Gründer. Doch seine Aktivitäten gehen unterdessen deutlich über die Tech-Branche hinaus, von der Beteiligung am „US-TikTok“ bis zur geplanten Übernahme von Warner durch Paramount Skydance – alles im Dienste von Trump und des eigenen Geldbeutels. Wir müssen die Tech-Oligarchen – die Musks, Bezos‘, Zuckerbergs, Nadellas, Ellisons, Thiels … – wo immer möglich in die Schranken weisen, auch die, die viele nicht so gut kennen. Deshalb dieser Beitrag als Teil des Jahresrückblicks.
November 2025: „Ringe geschlossen, Uhr kaputt: Ein Jahrzehnt mit der Apple Watch“
Ich habe diesen Beitrag beispielhaft für meine, unsere Abhängigkeit von Apple in diesem Jahresrückblick aufgenommen. Apple hat uns daheim fest in seinen Klauen, von den iPhones über die MacBooks bis hin zu Lösungen, die wohl nicht so einfach durch unabhängige Lösungen zu ersetzen wären. Dabei geht es um die Steuerung unserer Thermostate (Heizung) bis zur Wallbox und dem ID.3. Und ja, ich würde ungern auf meine Apple Watch und die Fitness-App verzichten. Es bleibt ein ungutes Gefühl, auch wenn wir daneben unabhängige Dienste nutzen. Und ein Bitte an die Anbieter offener Lösungen: Kommt aus der Techie- und Nerd-Nische raus und baut Lösungen, die normale Leute installieren, konfigurieren und nutzen können!
Im November ist unser Pünktchen auf leisen Pfoten gegangen. Er fehlt uns, meiner Frau, seinem Brüderchen und mir.
Dezember 2025: „‚Die da oben‘, ‚die da unten‘, ‚die da drüben‘: Die einfache Logik gefährlicher Parolen“
Zum Jahresende habe ich mich in Beiträgen der Spaltung und Polarisierung unserer Gesellschaft und der „erschöpften Mitte“ gewidmet. In diesem Blogartikel zitiere ich Helmut Barz, der sehr treffend aufdröselt, wie irrationale Feindbilder entstehen. Fakten hin, Fakten her: „Die da unten“ stehlen uns die Arbeitsplätze, „die da oben“ (die Politiker in Berlin) kümmern sich nicht um unsere Belange. Oft kommt noch „die da drüben“ hinzu, die an allem schuld sind. Hoffnung machen aktuelle deutsche Studien, die belegen, dass die Polarisierung gar nicht so groß ist. Das macht Mut. Zu diesen Studien an anderer Stelle mehr.
Das 13. Monatsthema: „Mit Straßenbahn, Bahn und Book-n-drive: Mobil in Darmstadt ohne eigenes Auto #Ladelust“
Ein Thema muss ich noch kurz ergänzen: PV-Anlage, E-Auto und private Energiewende. Viele Monate hat es mich beschäftigt. Nun ist seit Anfang November unser ID.3 da und wir werden ihn vier Jahre lang fahren und erfahren, ob sich meine Überlegungen bezüglich Fahren mit eigenem Strom, die Umwelt schonen und dabei Geld sparen bewahrheiten. Die Konfiguration des Zusammenspiels zwischen PV-Anlage/Wechselrichter, der Wallbox und des E-Autos hat sich als nicht so einfach herausgestellt, wenn man PV-optimiert laden will. Hier werde ich nochmals einen Experten heranziehen, der meine Konfiguration überprüft.
Fazit
So, das sind also meine subjektiv ausgewählten Blogbeiträge des Jahres. Ich habe versucht, die vielfältigen inhaltlichen Stränge meines Blogs abzubilden und Themen auszuwählen, die mich und meine Persönlichkeit auch privat ausmachen und Themen, die mir als Blogger, Bürger und Demokrat wichtig sind. Viele Strömungen, mit denen ich mich befasst habe, sind beängstigend. Oft ist es frustrierend, wie sich die offizielle Politik nicht bewegt oder wohin sie sich bewegt. Oft ist es schockierend, welche Sprüche und Meinungen man „auf der Straße“ und „im Netz“ hört. Doch aufgeben gilt nicht, weder auf dem Fußball- oder Tennisplatz. Es wird um jeden Ball gekämpft, gerade für unsere Kinder, unsere Demokratie und offene Gesellschaft.


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